Candidate Experience

Candidate Experience kann man frei übersetzen mit „Bewerber-Erlebnis“. Es werden also die Erfahrungen und Eindrücke beschrieben, die ein Bewerber während seines kompletten Bewerbungsprozesses so mit uns, also dem Unternehmen, macht. Klingt ja erstmal ganz nett. Aber was steckt wirklich dahinter und worauf sollten Unternehmen achten?

Heute also alles frei nach dem Motto: „Candidate Experience – oder wie verkaufe ich mich einem Bewerber.“

Bewerber als Kunden

Candidate Experience

Seinen Ursprung fand der Ansatz der Candidate Experience im Customer Experience Management, also beim Ansatz, dass das Bild des Kunden im Mittelpunktsteht. Über die Entwicklung des Arbeitsmarktes haben wir ja bereits ausführlich getextet (wer’s verpasst hat, klickt einfach hier) und somit scheint der Ansatz ja irgendwie sinnvoll: also einen Bewerber als Kunden zu betrachten. Und manchmal ergibt sich eins aus dem anderen, aber das nur am Rande.

Candidate Experience Phasen

Kein Prozess ohne Prozessmodell, oder? Und somit gibt es natürlich auch ein Phasenmodell für die Candidate Experience. Und das geht so:

Anziehungsphase

Klingt jetzt erstmal wie beim Date, ist aber eher Marketing-getrieben. Unter dem großen Dach des Employer Brandings geht es darum, dass man möglichst viele potentielle Bewerber mit seiner Arbeitgebermarke anspricht und erst einmal ein Interesse weckt. Klingt auch leichter als es ist, aber dazu kommen wir später…

Informationsphase

Einmal angesprochen und interessiert, geht der Bewerber meist in die Informationsbeschaffung über. Heißt also für uns als Unternehmen: hübsche Karriereseiten, gepflegte Social Media Kanäle und eine klare Kommunikation von Mission und Vision. Entsteht hier Frust auf Bewerberseite, kann der Prozess auch hier schon beendet sein und wir sagen „Arrividerci und bis niemals.“, denn den Bewerber werden wir so schnell nicht wiedersehen. 😉

Bewerbungsphase

Haben wir uns bisher keine groben Fehler geleistet, dann wird der interessiert und nun auch top informierte Bewerber sich dazu entschließen, seine Bewerbungsunterlagen zu uns zu senden. Warum das ohne ein Anschreiben laufen sollte, das lesen Sie hier. Und auch in dieser Phase ist Kommunikation mal wieder Trumpf, diesmal nur ziemlich direkt und nicht über Social Media oder Personalmarketingphrasen.

Auswahl
Candidate Experience

Egal ob Assessment Center, Telefoninterview, persönliches Bewerbungsgespräch, Einstellungstest und so weiter und so fort – die Auswahlphase ist die kontaktreichste der bisher genannten Phasen und deshalb auch absolut erfolgskritisch – für uns als Unternehmen und auch für den Bewerber natürlich. Recruiting Experience ganz neudeutsch genannt, mit dem Ziel, die optimale Besetzung für die offene Vakanz zu finden.

Onboarding

Das Onboarding, auch schon oftmals von uns thematisiert, wird oft als erfolgskritischer Punkt ignoriert oder vergessen. Und dennoch setzt ein erfolgreiches Onboarding nicht nur der Candidate Experience die Krone auf, sondern auch unserem gesamten Recruitingprozess. Warum ist das Onboarding so wichtig? – Weil jetzt alles was gesagt, vermittelt und behauptet wurde von beiden Seiten bewertet wird. Also: wurden alle Versprechen zur Arbeit, zur Aufgabe, zur Kultur, etc. wirklich so geschildert, wie sie tatsächlich auch sind. Wenn nicht: dann haben wir bereits verloren. Und zwar alle.

Bindung

Mitarbeiterbindung als Teil der Candidate Experience mag jetzt etwas weit hergeholt klingen, dennoch findet diese ein Stück weit automatisch im Onbaording statt. Nämlich dann, wenn die Wahrnehmung des Arbeitsplatzes auch den vorher geschaffenen Vorstellungen entspricht. Alles weiterführende zur Mitarbeiterbindung ist dann wieder Teil des Employer Brandings – geht also nahtlos über.

Candidate Experience als Teil des Employer Brandings

Candidaten Experience

Der Zusammenhang zwischen Candidate Experience und Employer Branding wurde ja nun bereits mehrmals hergestellt. Dennoch muss noch gesagt werden, dass die Candidate Experience nur positiv ausfallen kann, wenn sie Teil eines strategischen Prozesses zur Arbeitgebermarkengestaltung ist. Nur dann kann ein einheitliches Bild erstellt und Versprechen eingehalten werden. Die Bindung des Bewerbers und damit auch des daraus entstehenden Mitarbeiters kann so von vornherein erhöht werden und bildet die Basis für alle weiteren Bestrebungen den neugewonnen Mitarbeiter nachhaltig ans Unternehmen zu binden, nicht zu fesseln natürlich 😉 In diesem Sinne: Verkaufe Dich gut, aber bleib dir treu. Motto der Woche.